Direkt am Solarpark Vloeivelden Hollandia entsteht derzeit mit H2 Hollandia ein Wasserstoffprojekt, das durch seine Größenordnung und die enge Verzahnung mit der Solarenergie einzigartig ist.
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Novar entwickelt derzeit gemeinsam mit Avitec und Repowered das Wasserstoffsystem H2 Hollandia am Solarpark Vloeivelden Hollandia in Nieuw-Buinen.
Wasserstoff verfügt über eine sehr hohe Energiedichte – pro Kilogramm beispielsweise rund dreimal so viel wie Diesel. Damit ist er ein besonders attraktiver Energieträger. Vor diesem Hintergrund wurde entschieden, einen Teil der im angrenzenden Solarpark Vloeivelden Hollandia erzeugten Solarenergie zur Produktion von 100 % grünem Wasserstoff zu nutzen.
Durch die direkte Kopplung des Wasserstoffsystems mit dem Solarpark wird das öffentliche Stromnetz nicht zusätzlich belastet. Die Elektrolyseanlage nutzt den Solarstrom, bevor dieser in das Netz eingespeist wird. An sonnigen Tagen, an denen der Solarpark mehr Energie erzeugt als eingespeist werden kann, wandelt der Elektrolyseur einen Teil dieser Überschüsse in Wasserstoff um. Auf diese Weise kann das Projekt H2 Hollandia nahezu die Hälfte des ansonsten nicht nutzbaren Solarstroms effektiv für die Wasserstoffproduktion einsetzen.
Wasserstoff ist keine Energiequelle, sondern ein Energieträger. Eine Energiequelle liefert mehr Energie, als zu ihrer Nutzung eingesetzt wird – wie etwa die Sonne. Ein Energieträger hingegen speichert Energie aus einer Energiequelle, um sie zu einem späteren Zeitpunkt oder an einem anderen Ort nutzbar zu machen. Genau diese Funktion übernimmt Wasserstoffgas. Der gespeicherte Wasserstoff kann anschließend für zahlreiche Anwendungen eingesetzt werden, beispielsweise als Kraftstoff für Fahrzeuge.
Wasserstoff kann auf drei unterschiedliche Arten produziert werden. Je nach Herstellungsverfahren spricht man von grauem, blauem oder grünem Wasserstoff. Grauer Wasserstoff wird mittels Steam Methane Reforming (SMR) erzeugt – dem weltweit am häufigsten eingesetzten Verfahren. Dabei wird Erdgas genutzt, um Methan in Wasserstoff und CO₂ aufzuspalten. Das Herstellungsverfahren von blauem Wasserstoff entspricht dem der grauen Wasserstoffproduktion, allerdings wird das entstehende CO₂ abgeschieden und gespeichert, sodass es nicht in die Atmosphäre gelangt. Grüner Wasserstoff hingegen entsteht ohne CO₂-Emissionen. Mithilfe der sogenannten Elektrolyse werden Wassermoleküle in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten – unter Einsatz von erneuerbarem Strom.
H2 Hollandia produziert grünen Wasserstoff, der direkt vor Ort in sogenannte Tubetrailer abgefüllt wird. Dabei handelt es sich um Lkw mit Hochdruckzylindern, die den Transport des Wasserstoffs ermöglichen. Die Abnehmer von H2 Hollandia nutzen diese Trailer, um den Wasserstoff an die Endkunden weiterzuleiten – beispielsweise an Tankstellen für den Schwerlastverkehr.
Neben Wasserstoff entsteht bei diesem Produktionsprozess auch hochreiner Sauerstoff. Dieser kann unter anderem zur Belüftung von Wasseraufbereitungs- und Kläranlagen eingesetzt werden und schafft damit einen zusätzlichen ökologischen Mehrwert.
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Finanzierung
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Die Genehmigung wurde erteilt, und es wurden zwei Zuschüsse gewährt. Das Projekt befindet sich derzeit in der Vertragsphase. Nachdem die Verträge abgeschlossen sind, kann das Projekt tatsächlich realisiert werden.
Die Genehmigung für die Realisierung des Wasserstoffsystems wurde bereits erteilt. Aufgrund der kostenintensiven Technologie und der aktuell hohen Strompreise ist die Umsetzung des Projekts ohne Fördermittel jedoch nur schwer realisierbar. Förderungen sind daher erforderlich, um H2 Hollandia wirtschaftlich tragfähig umzusetzen.
Derzeit wurden dem Projekt zwei Förderungen bewilligt. Zum einen unterstützt die Provinz Drenthe das Vorhaben mit einer Entwicklungsförderung, durch die ein Teil der Projektentwicklungsphase finanziert werden kann. Darüber hinaus hat die Niederländische Agentur für Unternehmertum (RVO) eine Investitionsförderung zugesagt. Dabei handelt es sich um die Demonstration Energie- und Klimaatinnovatie (DEI+)-Förderung von GroenvermogenNL für Wasserstoff und grüne Chemie. Sehen Sie sich hier das Video über die Zusammenarbeit an.
Aktuell befindet sich das Projekt in der vertraglichen Phase. Es bestehen Gespräche mit verschiedenen Marktparteien über den Absatz des produzierten grünen Wasserstoffs, zudem läuft eine Ausschreibung, bei der sich unterschiedliche Anbieter für die Umsetzung des Systems bewerben können.
Sobald die erforderlichen Verträge abgeschlossen sind, kann mit dem Bau begonnen werden. Die Bauphase selbst ist nicht besonders zeitintensiv, das Projekt ist jedoch von den Lieferzeiten einzelner Komponenten abhängig, die teilweise deutlich variieren und längere Vorlaufzeiten erfordern können.
Durch die Installation eines 5-MW-Elektrolyseurs am 115-MWp-Solarpark Vloeivelden Hollandia erzeugt das Projekt jährlich rund 300.000 Kilogramm grünen Wasserstoff. Dadurch kann das sogenannte Curtailment – also Solarstrom, der nicht in das Netz eingespeist werden kann und ansonsten verloren geht – etwa halbiert werden.
Derzeit entfallen rund vier Prozent des weltweiten Energieverbrauchs auf grauen Wasserstoff. Zwar existiert bereits ein Markt für Wasserstoff, jedoch wird dieser bislang überwiegend durch CO₂-intensive Produktionsverfahren bedient. Bei der Herstellung von grauem Wasserstoff entstehen erhebliche Mengen an CO₂, die zur Klimakrise beitragen.
Mit H2 Hollandia wird stattdessen grüner Wasserstoff produziert. Dadurch lassen sich CO₂-Emissionen deutlich reduzieren und ein konkreter Beitrag zur Dekarbonisierung des Energiesystems leisten.
H2 Hollandia ist ein ambitioniertes Gemeinschaftsprojekt, bei dem drei Partner – Avitec, Repowered und Novar – ihre Expertise bündeln, um gemeinsam eine leistungsfähige Lösung zu realisieren. Zusammen entwickeln die Projektpartner diese Anlage zur Produktion von grünem Wasserstoff am Solarpark Vloeivelden Hollandia in Nieuw-Buinen (Drenthe).
Zuletzt bearbeitet am 27 Januar 2026