Im Südosten Schwedens, rund 130 Kilometer von Malmö entfernt, entwickelt Novar ein Energieprojekt, das nachhaltige Energieerzeugung, Speicherung und Naturschutz miteinander verbindet. Der Standort in der Provinz Blekinge ist vergleichsweise abgelegen und besteht größtenteils aus bewirtschafteten Wäldern. Gerade an solchen Orten können wir einen Unterschied machen. Während bewirtschaftete Wälder naturgemäß nur eine begrenzte Biodiversität aufweisen, entwickeln wir hier ein Projekt, das nicht nur nachhaltige Energie erzeugt, sondern auch Raum für mehr Natur schafft.
Wir realisieren hier ein Batterie-Energiespeichersystem (BESS) in Kombination mit einem Solarpark. Durch die Integration von Erzeugung und Speicherung bauen wir ein Energiesystem auf, das das ganze Jahr über Mehrwert bietet und flexibel auf Angebot und Nachfrage reagieren kann.
Das Projekt Hallandsboda wird über eine Solarkapazität von 10 MWp verfügen und jährlich etwa 10 GWh Strom erzeugen. Das Batterie-Energiespeichersystem wird eine Leistung von 50 MW mit einer Speicherkapazität von 200 MWh haben. Die Gesamtfläche des Projekts umfasst rund 20 Hektar.
Neuausrichtung des Designs
Ursprünglich wurde das Projekt als großer Solarpark konzipiert. Im Laufe der Entwicklung erkannten wir jedoch, dass die Eigenschaften des Geländes und die ökologischen Rahmenbedingungen einen anderen Ansatz erforderten. Anstatt am ursprünglichen Entwurf festzuhalten, haben wir das Projekt neu gedacht.
Wir haben den Solarpark verkleinert und Energiespeicherung ergänzt. Das Ergebnis ist ein Energiesystem, das besser zum Standort passt und wirtschaftlich robust ist.Das spiegelt unsere Arbeitsweise wider. Wir halten nicht an einem Plan fest, nur weil er einmal auf Papier stand. Wir passen an, denken neu und gestalten um, bis ein Projekt wirklich funktioniert. Wir bleiben flexibel, bis das Projekt zum Standort, zur Umwelt und zum Energiesystem passt.
Entwicklung im Einklang mit Land und Natur
Von Beginn an spielte die Umwelt eine zentrale Rolle in diesem Projekt. Gemeinsam mit lokalen Behörden und Ökologen haben wir sorgfältig geprüft, welche Bereiche sich für eine Entwicklung eignen und welche unberührt bleiben sollten.
So haben wir beispielsweise Maßnahmen zum Schutz von Fledermäusen und Amphibien in die Planung integriert. Unsere Anlagen halten ausreichend Abstand zu diesen Bereichen, damit sich die Natur ungestört entwickeln kann.
Wo zuvor überwiegend gleichförmiger Produktionswald stand, schafft das Projekt nun mehr strukturelle Vielfalt und ökologische Diversität.
Während der Bauphase schützen wir die umliegende Natur aktiv. Rodungen werden auf ein Minimum reduziert, um Störungen während der Brutzeiten zu vermeiden. Größere Bäume werden erhalten oder umgesetzt, um sonnige Faunadepots zu schaffen. Totholz bleibt vor Ort, um Insekten und Kleintieren Lebensraum zu bieten.
Die Einzäunung wird mit einem Bodenabstand von 10–20 cm ausgeführt, sodass kleinere Tiere sich weiterhin frei durch das Gebiet bewegen können.
Gemeinsam mit dem Grundstückseigentümer und der Kommune arbeiten wir außerdem daran, eine alte Scheune als geeigneten Lebensraum für Fledermäuse zu erhalten. Steine aus bestehenden Mauern und Haufen werden neu angeordnet, um Lebensräume für Reptilien und andere Tiere zu schaffen. Kleinere Teiche und offene Wasserflächen bleiben erhalten, um Amphibien zu unterstützen.
Zusammenarbeit
Die Zusammenarbeit mit dem Grundstückseigentümer, der Schwedischen Kirche, bildet die Grundlage dieses Projekts. Sie haben ihre Verantwortung ernst genommen und eine eigene Projektgruppe mit Forstexperten und Ökologen eingerichtet.
Von Anfang an haben wir eng zusammengearbeitet, um gemeinsame Entscheidungen über die Gestaltung des Gebiets zu treffen. Gemeinsam bestimmen wir, wo Energieerzeugung sinnvoll ist, welche Flächen unberührt bleiben und wie der Wert des Landes erhalten bleibt – heute und für zukünftige Generationen.
Für die Schwedische Kirche ist ein sorgfältiger Umgang mit dem Land von großer Bedeutung – eine Vision, die wir teilen.
Anstatt ein isoliertes Energieprojekt zu entwickeln, schaffen wir ein Energiesystem, das sich in die Landschaft einfügt und langfristig Bestand hat.
Das Projekt trägt zudem zur lokalen Wertschöpfung bei. Durch die Kombination von erneuerbarer Erzeugung und Speicherung stärkt es das regionale Energiesystem und schafft langfristigen wirtschaftlichen Nutzen für den Eigentümer, im Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen der Kommune.
Von der Genehmigung zur Umsetzung
Ende 2025 erhielt das Projekt seine Umweltgenehmigung. Die nächsten Schritte sind die Baugenehmigung für das Speichersystem sowie der Netzanschluss. Danach kann das Projekt in die Realisierung übergehen.
Energieprojekte als Teil eines größeren Ganzen
Projekte wie dieses zeigen, dass sich die Rolle der Energieinfrastruktur verändert. Wir betrachten Erzeugung, Speicherung und Flächennutzung nicht mehr getrennt, sondern als Bestandteile eines zusammenhängenden Systems.
Bei Novar entwickeln wir Energiesysteme, in denen sich Erzeugung, Speicherung und Nutzung gegenseitig verstärken. Wir verbinden nachhaltige Energie mit Speicherung und intelligenter Steuerung.
So schaffen wir Raum für Anwendungen mit hohem Strombedarf und gehen gleichzeitig verantwortungsvoll mit dem Land um.
Wir verstehen ein Energieprojekt nicht als isoliertes Objekt in der Landschaft, sondern als Teil eines größeren Ganzen. Es muss sich in die Umgebung einfügen. Es muss im Energiesystem funktionieren. Und es muss langfristig sinnvoll bleiben.
Die besten Projekte leisten mehr als nur Energieerzeugung. Sie schaffen Mehrwert für die Region, stärken – wo möglich – die Natur und berücksichtigen zukünftige Generationen.
Für das Land. Für die Umwelt. Und für diejenigen, die es später nutzen werden.